Geführte Ausflüge von Tromsø aus
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Geführte Ausflüge in Nord-Troms
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Nord-Troms
Geführte geotouristische Rundfahrt auf Arnøy
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Geführter Ausflug ins Tornedal
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Geführte Ausflüge in Nord-Troms
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Arnøy – ein Zentrum im vorgeschichtlichen Nord-Troms

Das Meer draußen vor Arnøy heißt Lopphavet, und die Insel bietet eine großartige arktische und maritime Natur. Hier trifft man auf flache Strände ebenso wie auf alpine Berge bis zu 1.100 Meter Höhe mit grünen Hängen, Schluchten und kleinen Flüssen. Arnøy weist zahlreiche Spuren aus der letzten Eiszeit auf, und die Teilnehmer bekommen einen Einblick, wie die mächtige skandinavische Eiskappe die Landschaft geformt hat. Im Landschaftsschutzgebiet Tyvdalen gibt es gut sichtbare Moränen, die von den Gletschern vor 17.000–5.000 Jahren gebildet wurden. Überall auf der Insel kann man Ausschürfungen von älteren Vereisungen sehen, und es gibt schöne Aussichtspunkte, von denen man einen Ausblick auf die Lyngsalpen mit ihren Gletschern hat.

Die Tierwelt ist reich, hier leben Seevögel und Seeadler. Der Name Arnøy lautete in altnordischer Zeit Ornoy und bedeutet Adlerinsel. Seit Urzeiten treiben die Samen aus der Gegend von Kautokeino ihre Rentierherden im Sommer bis nach Arnøy, wo es ihrer Meinung nach das beste Weideland in ganz Nordnorwegen gibt. Deshalb trifft man hier ständig auf Rentiere mit ihren Kälbern, abgesehen von den hier gehaltenen Schafen mit ihren Lämmern. An die alte samische Kultur mit heiligen Opferfelsen überall auf der Insel erinnert noch der "Lappeguden" (Lappengott) genannte große Berg am Langfjord.

Über die Besiedlung der Küstengebiete und das Leben der Menschen in Nord-Troms gibt es keine schriftlichen Quellen aus der Zeit vor dem Beginn des 17. Jahrhunderts. Die ältere Zeit bleibt weitgehend hinter einem Schleier verborgen. Wenn man aber die Zahl der Kulturdenkmäler auf Arnøy betrachtet, muss man die Insel als kulturgeschichtlich interessanteste Gegend im gesamten Bezirk Troms ansehen. Keine andere Insel besitzt so viele erhaltenen Siedlungsspuren aus der Steinzeit (11.000–2.000 v. Chr.) und der Eisenzeit. Auf unserer Rundfahrt besuchen wir ein 4.000–6.000 Jahre altes Dorf und einen 1.500 Jahre alten Bootsliegeplatz. In Akkarvik kann man einen der besten Orte für das Studium vorgeschichtlicher Bootshausspuren in Nordnorwegen sehen und sich ein Bild davon machen, wie die Boote in der Eisenzeit aussahen. Ebenfalls in Akkarvik gibt es einen natürlichen Hafen, in dem auch in jüngster Zeit Fischerboote ohne Mole Schutz fanden.

Geologisch betrachtet liegt Arnøy mitten im Nord-Troms-Becken. Hierher kamen die Menschen aus den Fjorden, um im Sommer auf Fischfang zu gehen oder Waltran zu kochen. Die typischen Mulden zum Auskochen ('hellegroper') sind arktische Kulturdenkmäler, die es nur auf Arnøy und weiter Richtung Norden entlang der Küste von Finnmark bis ans Weiße Meer gibt. Ihre Verbreitung zeigt, dass es hier eine gemeinsame maritime Kultur gab. In den Mulden wurde Wal- und Seehundspeck ausgekocht und "Öl" gewonnen, eine uralte "Technologie", die sich in die Zeit vor 2.000–1.000 Jahren (skandinavische Eisenzeit) zurückdatieren lässt. In dieser Zeit gab es nur eine norwegische Siedlung an der äußeren Küste nördlich von Karlsøy, während weiter drinnen am Lyngen-, Reisa- und Kvænangenfjord schon Seesamen wohnten. Wahrscheinlich wurde das "Öl" deshalb in enger Zusammenarbeit zwischen Seesamen und Norwegern hergestellt und als Licht- und Wärmequelle und zum Imprägnieren benutzt. Die große Zahl der Kochmulden auf Arnøy lässt den Schluss zu, dass die Produktion hier so umfangreich war, dass der Tran in dichter besiedelte Gebiete weiter südlich exportiert wurde. Laut einem Bericht des Seefahrers Ottar nahmen Wikingerhäuptlinge, die mit großen Schiffen aus Nordnorwegen ins südliche Skandinavien und weiter nach Europa fuhren, Waltran aus Nord-Troms als Deckslast mit.

Unser Ausflug endet in Årviksand, wo es von Kochmulden bis zu Fischerwohnplätzen eine Reihe von vorgeschichtlichen Kulturdenkmälern aus der Eisenzeit und dem Mittelalter gibt. Weit draußen am Meer liegt "Kirktofta", der Gebäudegrundriss einer Kirche aus der katholischen Zeit, also von vor 1536. Die Landschaft hier draußen öffnet den Blick auf die Geschichte von Arnøy. Auffällig ist der Kontrast zwischen dem Sandstrand "Sanden", wo die Fischer um 1900 noch ihre Ruderboote an Land zogen, und der Mole, die heute die Fischerboote in Årviksand schützt. Die Mole schafft einen künstlichen Hafen, in dem die modernen Motorboote Schutz vor den Wellen des Nordatlantiks finden. Vor allem bei Sturm gehören die Brecher hier zu den gewaltigsten in Europa und haben die Mole schon mehrfach stark beschädigt. Nicht umsonst wurden deshalb sehr große Felsblöcke verwendet, die den verheerenden Kräften des Meeres Widerstand leisten sollen.

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